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Zufluss von Einnahmen
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31.01.10 21:20
Oliver58 

Mitglied, aktiver

31.01.10 21:20
Oliver58 

Mitglied, aktiver

Zufluss von Einnahmen

Hallo,

ich habe eine Aufgabe von einem Lehrgangsträger in Bezug auf den Zufluss von Einnahmen, dessen Lösung ich für falsch erachte. Ich würde mich freuen, wenn wir die Lösung hier noch einmal diskutieren könnten.

Aufgabe (Kurzform):
Die Miete für den Monat Dezember 2007 - fällig am 01.12.07 - wird erst am 08.01.08 bezahlt.
Wann führt diese Einnahme beim Steuerpflichtigen zu steuerpflichtigen Einnahmen? Noch in 2007 oder erst in 2008?

Musterlösung:
Die zugeflossenen Mietzahlungen (also auch für weitere Monate, nicht nur für Dezember) stellen regelmäßig wiederkehrende Einnahmen dar, die dem Steuerpflichtigen kurze Zeit (10 Tage) nach Beendigung des Kalenderjahres 2007, zu dem die Miete wirtschaftlich gehört, zugeflossen ist.
Jedoch war die Miete bereits am 01.12.2007 fällig, und somit liegt keine Fälligkeit innerhalb des kurzen Zeitraumes des § 11 Abs. 1 Satz 2 EStG vor. Daher ist die Miete nicht im Jahr der wirtschaftlichen Zugehörigkeit, 2007, sondern im Jahr der Zahlung, 2008, zu erfassen, §11 Abs. 1 Satz 2 EStG Umkehrschluss i.V.m. H 11 (Allgemeines - kurze Zeit) EStH


Soweit zur Musterlösung.

Das Ergebnis der Lösung erstaunt mich ein wenig, da ich davon ausgehe, dass die wirtschaftliche Zugehörigkeit übergeordnet ist und somit die Miete sehr wohl noch in 2007 anzusetzen ist.
Denn wenn ich in H 11 (Allgemeines - kurze Zeit) EStH nachlese, dann steht da auch noch: "Auf die Fälligkeit im Jahr der wirtschaftlichen Zugehörigkeit kommt es nicht an (-> BFH vom 23.09.1999)"

Wäre die Musterlösung richtig, dann würde das ja bedeuten, dass z. B. die Junimiete 07, die am 3.1.08 bezahlt wird, ebenso nicht mehr in den Zeitraum 2007 gehören würde.

Wie sieht das Forum die Lage?

    01.02.10 10:53
    FrankAR 

    registriertes Mitglied

    01.02.10 10:53
    FrankAR 

    registriertes Mitglied

    Re: Zufluss von Einnahmen

    H11 EStH "Kurze Zeit" fällig und geleistet

    Die Zahlung wurde zwar innerhalb der "kurzen" Zeit nach dem Bilanzstichtag geleistet, war aber nicht innerhalb der "kurzen" Zeit vor dem Bilanzstichtag fällig.

    Die 10-Tages-Regel betrifft somit nur Zahlungen, die innerhalb 10 tagen vor dem Bilanzstichtag (in der Regel am 31.12.) fällig sind und innerhalb von 10 tagen nach dem Bilanzstichtag geleistet werden.

    Die Lösung ist somit richtig

      01.02.10 18:34
      Oliver58 

      Mitglied, aktiver

      01.02.10 18:34
      Oliver58 

      Mitglied, aktiver

      Re: Zufluss von Einnahmen

      Ja, okay.

      Wenn das jedoch so ist, dann ist die Lösung in dem Buch von Bornhofen "Steuerlehre 2" (Rechtslage 2008), S. 33 falsch.
      Auf der Seite 33 ist nämlich genau das Beispiel mit den Mietzahlungen enthalten, welches auch in etwa vom Lehrgangswerk verwendet wird. Hier wird die fällige Mietzahlung für Dezember, die erst am 5.1. bezahlt wird, noch in das alte Jahr gerechnet.

      Wie ist denn die Aussage: "Auf die Fälligkeit im Jahr der wirtschaftlichen Zugehörigkeit kommt es nicht an (-> BFH vom 23.09.1999)" zu verstehen?

        Webinare/Online-Trainings zur Unterstützung der schriftlichten und mündlichen Steuerberaterprüfung bei SteuerExTra Link zu den Webinaren/Online-Trainings auf der SteuerExTra-Homepage
        05.02.10 14:57
        ABC

        nicht registriert

        05.02.10 14:57
        ABC

        nicht registriert

        Re: Zufluss von Einnahmen

        Hallo Oliver,

        ich kenne zwar das Beispiel in dem Buch von Bornhofen nicht, aber vielleicht ist bei diesem die Fälligkeit nicht am 01.12. sondern z.B. am 01.01. für die Dezembermiete?

        Dazu nämlich auch die Antwort auf Deine Frage:
        Der BFH sagt, dass Fälligkeit und Zahlung innnerhalb der 10 Tage liegen müssen.
        Ob die Schuld im Jahr der wirtschaftlichen Zugehörigkeit war oder nicht ist völlig schnuppe.

        Das heißt in Deinem Juni-Beispiel: Wenn man Miete für Juni bis Dezember vereinbart und alles ist innerhalb von 10 Tagen im neuen Jahr fällgi und bezahlt, dann gilt dies auch. Sollte aber monaltliche Fälligkeit bestehen und einfach verzögert gezahlt werden, gibt die Zuflussfiktion nicht.

        Gruß,
        S.

          05.02.10 17:17
          Oliver58 

          Mitglied, aktiver

          05.02.10 17:17
          Oliver58 

          Mitglied, aktiver

          Re: Zufluss von Einnahmen

          Hallo ABC,

          vielen Dank für Deinen Beitrag.
          Es geht aus dem Beispiel von Borhnhofen indirekt hervor, dass Fälligkeit nicht 31.12. ist sondern der 1.12.

          Ich bin am überlegen, ob ich die betreffende Seite von Bornhofen einscannen und hier hochladen sollte. Wobei sich bei mir mittlerweile der Eindruck verfestigt, dass Bornhofen sich in dem Beispiel geirrt hat (das Buch erhebt ja leider auch nicht den Anspruch, auf die Stb-Prüfung vorzubereiten).

          Vielleicht kann der Meister dieses Forums einmal abschließend Stellung nehmen?
          Herr Schuster, was ist Ihre Meinung?

          Falls Bedarf da ist, werde ich die Seite mit dem Beispiel von Bornhofen gern hier hochladen.

            07.02.10 19:36
            wp-schuster 

            Administrator

            07.02.10 19:36
            wp-schuster 

            Administrator

            Re: Zufluss von Einnahmen

            Für die Zuordnung von regelmäßig wiederkehrenden Ausgaben/Einnahmen nicht im Zahlungs- sondern im Jahr der wirtschaftlichen Zugehörigkeit muss auch eine Fälligkeit kurz vorher oder nachher gegeben sein.

            Beispiel:
            Mietzahlung Dezember, fällig 1.12. und Zahlung innerhalb von 10 Tagen im neuen Jahr = Zahlungszeitpunkt ist maßgebend

            Mietzahlung Dezember, fällig nachschüssig am 31.12. und Zahlung innerhalb von 10 Tagen im neuen Jahr= Zuordnung nach wirtschaftlicher Zugehörigkeit im alten Jahr.

            Das BFH-Urteil aus 1999 war ein Landwirt, der eine Pachteinnahme für den Zeitraum 1.4.-30.6. mit Fälligkeit 1.7. (nachschüssig) und Zahlung 5.7. bei Einnahmen-/Überschussrechnung hatte (abw. "Wj." 1.7.-30.6. bei L+F mit zeitanteiliger Aufteilung der Gewinne). Der Landwirt hat diese Pachteinnahme im Zahlungsjahr versteuert, da dort die Fälligkeit war. Der BFH hielt den Fälligkeitszeitpunkt als Zuordnungskriterium nicht für maßgeblich. Er blieb aber dabei, dass Zahlung und Fälligkeit kurze Zeit vor oder nach dem Kalenderjahresende (hier Wj-Ende) gegeben sein müssen, um bei regelmäßig wiederkehrenden Einnahmen/Ausgaben entgegen dem Zahlungszeitpunkt eine Zuordnung nach der wirtschaftlicher Zugehörigkeit vorzunehmen.

            Weitere Infos: http://www.jusline.de/index.php?cpid=f92...d=9&paid=11

            Zuletzt bearbeitet am 09.09.11 08:33

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              20.03.10 19:33
              cassy

              nicht registriert

              20.03.10 19:33
              cassy

              nicht registriert

              Re: Zufluss von Einnahmen

              Ich glaub da hat jeder Lehrer, jedes Buch usw. eine andere Meinung dazu. Hatten einen Dozenten vom Finanzamt, der meinte auch, dass die Fälligkeit auch in diesen 10 Tagen liegen muss. bornhofen (siehe oben), nwb Klausurentraining für Steuerfachangestellte (Auflage 8) und BS-Lehrerin meinen, es wäre egal, wann es fällig ist. Ich raff es nicht.

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